Auswandern in die Schweiz: Grüezi mitenand

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Für ein Auswandern in die Schweiz gibt es sehr viele gute Gründe. Doch wie genau geht das Auswandern vonstatten und welche notwendigen Schritte müssen vor der Auswanderung erledigt sein?

Aufenthalt und Visum

Obwohl die Schweiz mitten in Europa liegt, ist sie kein EU-Mitglied. Wer dauerhaft dort bleiben möchte, muss sich daher um einige Formalitäten bemühen. Wer länger als 90 Tage in der Schweiz bleiben möchte (wovon bei einer Auswanderung ausgegangen werden kann), braucht zunächst einen Aufenthaltstitel. Dieser kann beim zuständigen Migrationsamt (bei der neuen Wohngemeinde) beantragt werden. Beantragt werden muss diese Erlaubnis mindestens vierzehn Tage nach der Einreise und vor dem ersten Arbeitstag. Wer in die Schweiz möchte, muss zudem nachweisen, dass er seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann. Dies ist entweder durch einen Arbeitsvertrag möglich (dann wird allerdings auch eine Arbeitserlaubnis benötigt) oder durch vorhandenes Vermögen.

Es gibt unterschiedliche Arten der Aufenthaltserlaubnis. Mit einem Arbeitsvertrag gibt es zunächst Bewilligung B (5 Jahre gültig). Bewilligung C gibt es nach fünf Jahren Aufenthalt in der Schweiz, diese ist zeitlich unbeschränkt. Bewilligung L gilt für weniger als ein Jahr, Bewilligung G ist für Grenzgänger (Arbeit in der Schweiz, Wohnsitz in Deutschland)

Arbeit in der Schweiz

In der Schweiz sind die Steuern deutlich niedriger und die Löhne höher. Was sich zunächst sehr gut anhört, hat leider einen Haken – die Lebenserhaltungskosten sind auch deutlich höher als in Deutschland. Allgemein ist die Jobsituation in der Schweiz allerdings gut, vor allem in bestimmten Bereichen (Uhren, Maschinen, Fertigung, weiterverarbeitende Industrie).

Einen besonderen Kündigungsschutz gibt es in der Schweiz nicht. Zudem gibt es weniger Urlaub als in Deutschland und die typische Arbeitszeit ist länger (41 – 50 Stunden in der Woche). Vom Gehalt werden zusätzlich zu den Steuern etwa 10 % an Sozialversicherungsbeiträgen abgeführt, also weniger als in Deutschland. Dabei ist allerdings die Krankenversicherung nicht enthalten.

Die Krankenversicherung in der Schweiz

In der Schweiz muss sich jeder selbst um seine Krankenversicherung kümmern. Für alle gibt es eine gesetzliche Grundversicherung, mit vorgeschriebenen Leistungen, die bei allen Versicherungen gleich sind. Hier wird alles notwendige abgedeckt – außer die Zahnarztkosten. Wer in die Schweiz neu einreist, muss innerhalb von drei Monaten eine Krankenversicherung abschließen. Danach besteht die Krankenversicherung rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Einreise.

Die Krankenversicherungen müssen dabei jeden aufnehmen. Die Beiträge werden pro Kopf errechnet und sind unabhängig vom Einkommen. Ein guter Krankenkassenrechner sowie ein Krankenkassenvergleich kann auf Gidu.ch gefunden werden. Ein Teil der Gesundheitskosten muss zudem selbst gezahlt werden, dies wird bei Vertragsabschluss mit der Krankenversicherung vereinbart. Das Prinzip funktioniert wie der Eigenanteil z.B. bei einer deutschen Kaskoversicherung für das Auto.

Weitere Hürden für die Auswanderung

Zusätzlich zu Arbeit und Aufenthaltserlaubnis muss auch erst einmal eine Wohnung in der Schweiz gefunden werden, was aus der Ferne nicht ganz einfach werden dürfte. Beim Umzug muss sämtliches Hab und Gut durch den Zoll. Der deutsche Führerschein kann in der Schweiz genutzt werden, das mitgebrachte Auto muss angemeldet werden. In der Schweiz gibt es zudem eine ganz andere Mentalität als in Deutschland. Diese mag sicher nicht jeder.

Besonders in der Schweiz ist die Kreditbeantragung. Dort wird kein Wert auf die Schufa gelegt, ohne die in Deutschland nichts geht. Stattdessen geht es mehr um materielle Sicherheiten, die der Kreditnehmer vorweisen muss. Auch eine Schweizer Lebensversicherung kann abgeschlossen werden. Dies ist von Vorteil, da die Inflation in der Schweiz deutlich niedriger ist als in Deutschland. Nur bei Vertragsabschluss muss sich der Versicherungsnehmer zudem in der Schweiz aufhalten, bei Fälligkeit kann er auch bereits schon wieder nach Deutschland zurückgekehrt sein.

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