Der FC Memmingen trennt sich von Cheftrainer Stefan Anderl

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Fußball-Regionalligist FC Memmingen trennt sich von Cheftrainer Stefan Anderl. Nach Gesprächen im FCM-Präsidium und dem Spielausschuss wurde Anderl vom Vorsitzenden Armin Buchmann die Entscheidung am Freitag mitgeteilt. Die Mannschaft wurde vor dem Training am Freitagabend über diesen Schritt informiert. – Schon morgen geht es mit Bernd Kunze als Übergangstrainer zur SpVgg Oberfranken Bayreuth.

„Wir haben Bernd Kunze gebeten, das Traineramt zunächst bis zur Winterpause übernehmen“, so Buchmann. Der sportliche Leiter bereitet zusammen mit Co-Trainer Andreas Köstner die Mannschaft auf das Auswärtsspiel am 3. Oktober bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth vor. Am Wochenende ist der FCM in der Regionalliga spielfrei.

Nach dem 2:2 Unentschieden im Kellerduell gegen den FC Unterföhring sahen sich die FCM-Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Letztendlich gab das unbefriedigende sportliche Abschneiden den Ausschlag für die personelle Entscheidung, die nicht leichtgefallen sei. Mit nur acht Punkten steht der FC Memmingen nach dem 12. Regionalliga-Spieltag auf dem 17. Tabellenplatz und befindet sich mitten im Abstiegskampf.

„Ich sehe uns in einer Sackgasse und es war nach einem Drittel der Saison für uns nicht erkennbar, wie wir aus dem Tabellenkeller herauskommen wollen“, so der FCM-Vorsitzende Armin Buchmann, „ich bedanke mich ausdrücklich bei Stefan Anderl für sein Engagement, das er mit überaus großem Aufwand betrieben hat. Ich persönlich bedauere sehr, dass wir diesen Schritt gehen müssen. Aber wir mussten eine Entscheidung im Sinne des Vereins treffen“. Ursprünglich war eine längere Zusammenarbeit geplant. In der vergangenen Saison hatte Anderl den FCM mit Offensivfußball auf den fünften Tabellenplatz geführt (am Ende war es durch den Zwangsabstieg von 1860 München II sogar Rang vier).

„Trotz allem Verletzungspech sehen wir Substanz in unserem Kader, den Klassenerhalt zu schaffen. Wir erwarten von der Mannschaft und allen Beteiligten vollen Einsatz, damit wir einen Betriebsunfall verhindern“, so Buchmann, „ein Regionalliga-Abstieg hätte gravierende Folgen für den gesamten Fußballclub. Insbesondere wäre die durch den Spielbetrieb der ersten Mannschaft stark bezuschusste Jugendarbeit so nicht mehr zu leisten“, so Armin Buchmann (Präsident) für den Fußballclub Memmingen 1907 e.V.

Ausblick

Ob das die richtige Entscheidung war und ob sie gerade zu diesem Zeitpunkt sinnvoll war, sei dahingestellt. Fraglich ist auch, wie – egal welcher Trainer – in einem Amateurteam auf die Schnelle aus „bestehendem Potential“ ein paar schlagkräftige Stürmer herausschnitzen können soll. Denn das ist, was dem FC Memmingen im Moment wohl am meisten fehlt: Stürmer, die Tore schießen.

Viele Fragen bleiben offen, feststeht, dass es gleich morgen am Tag der Deutschen Einheit mit Bernd Kunze als Übergangstrainer weitergeht: Um 14 Uhr bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth.

„Nach vorne schauen“, war in den vergangenen Tagen die meistverwendete Redewendung beim FCM.

Das nächste Spiel gegen die SpVgg Oberfranken Bayreuth

Durch die Ergebnisse am spielfreien Wochenende sind die Memminger in der Tabelle wieder auf den vorletzten Platz zurückgefallen. Der Rückstand auf einen Relegationsrang beträgt zwei Punkte, auf die gesicherte Zone ist er auf sechs Zähler angewachsen.

Nach starkem Saisonstart kassierte Bayreuth zuletzt drei Niederlagen gegen Profireserven hintereinander (1:4 gegen FCA II, 0:5 gegen Bayern II und 2:3 gegen Nürnberg II) und rutschte auf den zehnten Tabellenplatz ab.

Für die SpVgg Oberfranken Bayreuth soll es mittelfristig aus der Regionalliga in die 3. Liga gehen. Über mehrere Etappen läuft gerade der Stadionumbau, an dessen Ende eine überdachte Gegentribüne und eine Flutlichtanlage im Hans-Walter-Wild-Stadion stehen soll. Heuer ist die Übermacht im Aufstiegsrennen mit dem TSV 1860 München und dem FC Schweinfurt mutmaßlich noch zu groß, aber immerhin wurden die Schweinfurter im Frankenderby mit 3:1 geschlagen.

Der junge SpVgg-Trainer Marc Reinhardt (31) hatte zuletzt Personalsorgen. Neben dem länger verletzten Routinier Anton Makarenko und Rot-Südern Patrick Weimar fehlten mit Julian Kolbeck, Tobias Weber und Darius Held noch weitere Stammkräfte.

Beim FC Memmingen fehlt Fabian Krogler nach seiner Gelb-Roten Karte im Wiederholungsspiel gegen den FC Unterföhring. Branko Nikolic steht wegen seines Auslandsstudiums ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Stefan Heger war etwas kränklich. Wer die Lücken schließen soll, wird nach dem Abschlusstraining am Montagabend geklärt.

Die bisherigen Vergleiche

Die Gesamtbilanz spricht seit den 1970iger Jahren für Bayreuth (23 Siege, 13 Unentschieden, 11 Niederlage). In der vergangenen Runde landeten die Memminger jedoch einen Last-Minute-Pokalsieg in Bayreuth und gewannen auch das Auswärtsspiel im Ausweichquartier Weismain mit 3:2. Zuhause wurde beim 2:2 Unentschieden ein „Dreier“ nur knapp verpasst.

Fotos:
Bild 1 (und Titelbild): aus eigener Quelle.

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