Die Eröffnung der Memminger Meile

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Zur Eröffnung der Memminger Meile 2016 hatte die MEWO Kunsthalle am gestrigen Mittwoch eingeladen zur Ausstellung des in Memmingen geborenen Künstlers Günther Förg.

Der früh verstorbene Günther Förg (1952 – 2013) gilt spätestens seit seiner Teilnahme an der Documenta IX im Jahr 1992 als einer der herausragenden Figuren der deutschen Gegenwartskunst.

Bei einer kurzen Ansprache von Oberbürgermeister Dr. Holzinger, der unter den Gästen auch einige Träger des Memminger Kulturpreises,

die beiden OB-Kandidaten Markus Kennerknecht und Dr. Aures, die neue Intendantin des Landestheaters Dr. Mädler, sowie Vertreter der Hauptsponsoren der Memminger Meile begrüßte, lernen wir auch, wem wir diese Ausstellung mit zu verdanken haben: Die Ausstellung stammt aus einer Privatsammlung von Herbert und Annette Kopp, den Cada-Schmieden aus München, zwei passionierte Kunstliebhaber wie auch Kunstsammler und langjährige Freunde des Künstlers.

Auch die Schöpferin der Memminger Meile Christl Zepp und Vorgängerin vom aktuellen Leiter des Kulturamtes Memmingen Dr. Bayer war anwesend und freute sich über das tolle Erbe, dem sie hier gegenüberstünde. Das Niveau an Kunst und Kultur innerhalb der Memminger Meile sei zu ihrer Freude nach wie vor ein hohes.

Kulturamtsleiter Dr. Bayer zeigt uns zunächst eine merkwürdige grüne Schale, und erst als er erklärt, was wir da betrachten, nimmt es eine verständliche Form an: Es ist ein Beispiel für die neuen, bequemen Schalensitze, auf denen die Besucher des Kulturzeltes an der Grimmelschanze in diesem Jahr komfortabel Platz nehmen werden.

Der Geist des nachhaltigen Kulturprojektes Memminger Meile sei seit ihrer Schöpfung durch Christl Zepp 1976 nach wie vor, Kunst und Kultur einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Mauern des „Kulturtempels“ für ausschließlich gebildetes Bürgertum sollten damit abgebaut werden, und auch heute ist das Ziel, alle zu erreichen, Theater und Kunst auch auf die Straße, oder in ungewohnte Umgebungen zu bringen. Kultur für alle – war und ist bis heute das große Motto, das über der Memminger Meile steht.

Axel Lapp, Leiter der Mewo Kunsthalle bringt uns hingegen den Künstlers Günther Förg näher: Günther Förgs Eigenheit war die Vielfalt: Zeichnung, Aquarell, Malerei, Fotografie oder Skulptur stehen einander als gleichberechtigte Ausdrucksweisen gegenüber.

Dabei stellte er sich stets die Fragen, was Kunst im 21. Jahrhundert leisten soll, was man mit Malerei im 21. Jahrhundert an Neuem erschaffen kann, und wie man es neu angehen kann.

Er probierte daher stetig Neues aus, sei es durch neue Materialien oder Techniken. Bei der Malerei ging ihm nicht darum etwas darzustellen, ihm war der Gestus des Malens wichtig, das Auftragen der Farbe auf einen Träger. Mit Farbflächen und Schraffuren erkundete er die neuen Grenzen der Malerei, mit dem Pinsel gab er seinen Farben Struktur.

In einem Werk verwendete er beispielsweise den roten Stoff einer italienischen Fabrik, die die Stoffe für die italienische Flagge herstellt, in einem anderen Karton, kombiniert mit Malerei – wichtig sind bei Günther Förg auch immer die Geschichten und die Künstlerpersönlichkeit hinter den Werken.

Zum ersten Mal zeigt diese Ausstellung Arbeiten von Günther Förg in Memmingen, der Stadt, in der er seine Kindheit und Schulzeit verbracht hatte.

Für weitere Werke von Günther Förg muss man heute weit reisen, denn sie sind verteilt in den Kunstmetropolen Hamburg, München, New York oder London. Umso mehr freute sich Axel Lapp über die Ermöglichung dieser Ausstellung durch großzügige Leihgaben der Sammlung Kopp aus München.

Als weitere künstlerische Einlage bezauberte an diesem Eröffnungsabend die Leintuchakrobatin Nikola Elze der Danza Furiosa aus München, die sich graziös an einem Leintuch in die Höhen der Kuppel der Kunsthalle schwang.

Leider gibt es vom Nachlass Günther Förgs keine Abdruckgenehmigung für Abbildungen, die wir auf unserer Website hätten verwenden können. Um die originalen Bilder zu sehen, lädt die in die MEWO Kunsthalle in Memmingen zum Besuch, wie auch zu den Führungen der Ausstellung ein, die noch bis zum 25. September zu sehen ist.

Mehr Fotos zum Event und der schön anzusehenden Leintuchakrobatik auf unserer Facebookseite.

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