Unterhaltung pur: Rund um die Sachs Franken Classic 2020

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Die große Oldtimer Rallye im Herzen des Frankenlandes macht auch dieses Jahr wieder Halt in Schweinfurt, genauer gesagt am RealAUTO-Oldtimer-Autohaus. Passend zum Pfingstwochenende am 2. Juni startet das Event mit großer Welcome-Party in Bad Kissingen, am 3. Juni bewältigen die Fahrer ihre 1. Etappe und tags darauf folgt eine weitere Runde mit anschließender Siegerehrung. Das Sachs Franken Classic erfreut sich ganz zu Recht eines großen Namens unter den Oldtimer-Fans. Auf der Plattform echteerfahrungen.de sind dazu viele gute Erfahrungsberichte zu finden.

Am 4. Juni werden die Oldtimer mit ihren Fahrern um etwa 14 Uhr zur Kaffeepause in Schweinfurt eintreffen. Dann zieht es sicher wieder zahlreiche Einwohner unserer Stadt zum Treffpunkt, um einen Blick auf die kostbaren, vierrädrigen Sammlerstücke zu werfen. Doch bis dahin haben die Teilnehmer das meiste bereits hinter sich, von der Registrierung und technischen Abnahme über die Wertungsprüfungen und der ersten großen Überlandlandfahrt bis zu den Rundkursen und Sprintprüfungen. Ein Blick ins Detail zeigt das facettenreiche Programm der 18. Sachs Frank Classic 2020:

Am Freitagmorgen ab halb zehn findet der Empfang der Teilnehmer im Staatsbad Bad Kissingen statt, eine Zulassung erhalten nur ausgewählte Fahrzeuge, die folgende Bedingungen erfüllen: Jedes Automobil muss zwingend eine aktuelle Zulassung zum Straßenverkehr besitzen und in der Zeitspanne von vor dem Zweiten Weltkrieg bis zum 31.12.1983 das Werk verlassen haben. Die Einteilung erfolgt in drei Epochen: eine Vorkriegsklasse in Epoche I, die Fahrzeuge von Baujahr 1947 bis 1965 in Epoche II und die neueren Oldtimer in Epoche III. Für geschichtsrelevante Rallye-Fahrzeuge gilt keine Baujahrsbegrenzung, sie gehören einfach mit dazu. Um kurz nach 13 Uhr präsentieren sich dann die Automobile ganz prominent in der Fußgängerzone von Bad Kissingen, bei gutem Wetter werden zahlreiche Zuschauer und Gäste erwartet. Und weil die Hammelburger auch gern einmal die schicken Autos bewundern möchten, findet die nachfolgende Kaffeepause in der nahe gelegenen unterfränkischen Kleinstadt statt.

Zum Tagesabschluss darf eine große Party nicht fehlen, als passende Örtlichkeit bietet sich das Kurgarten-Café des Staatsbades Bad Kissingen an. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, darum werden alle Gäste sicher bei guter Laune sein und sich auf eine abwechslungsreiche Tour durch historische Orte und herrliche Weingüter freuen. Rund um den Naturpark Spessart, dem Naturpark Rhön und dem schönen fränkischen Weinland gibt es nicht nur für die Mitfahrer sehenswerte Aussichten, sondern auch für alle, die dem Konvoi der auf Hochglanz gebrachten Oldtimer begegnen. Ganze 500 km misst die Gesamtstrecke, die den liebevoll restaurierten Gefährten an den nächsten beiden Tagen bevorsteht, ausgeschmückt mit zahlreichen Prüfungen und spannenden Aufgaben.

Wenn hoffentlich alle ausgeschlafen haben, beginnt die 1. Etappe samstags um 8 Uhr am Tattersallparkplatz. An diesem Tage finden insgesamt 11 Wertungsprüfungen statt, inklusive Sprintprüfungen und gesperrte Rundkurse. Für die Frühstückspause haben die Veranstalter das Freilandmuseum Fladungen ausgewählt, in idyllischer Lage an der Rhön. Hier stehen 20 wiedererrichtete historische Gebäude aus Grabfeld, Hassbergen, dem Spessart und der Rhön, mit Brauhaus und Dorfschule. In den Ställen und Gehegen tummeln sich alte Nutztierrassen von Hühnern über Schafe bis hin zur Bauernhofkatze.

Die Teilnehmer werden nur einen kurzen Blick auf dieses malerische Bild werfen, denn direkt nach der Pause geht es schon wieder zum Dampflokwerk im thüringischen Meiningen, wo zwischen alten Zügen und schmucken Waggons das Mittagessen bereitsteht. Im Anschluss fährt die ganze Karawane nach Stadtlauringen im Landkreis Schweinfurt, eine ländlich strukturierte Gegend mit tiefer traditioneller Prägung. Kaffee und Kuchen werden hier sicher besonders gut schmecken und jede Menge Energie liefern, um nach Bad Kissingen zurückzukehren und den «Concours d´Elegance« anzutreten: Im letzten Jahr bedeutete dies gemütlich durch den Kurpark zu rollen, um anschließend am Platz vor der Spielbank die Jury mit blank gewienertem Chrom und glänzendem Lack zu beeindrucken. An eben diesem Ort, nämlich vor der Spielbank, klingt die Rallye übrigens auch am nächsten Abend aus, so lässt sich auf Wunsch ein bequemer Wechsel von einem historisch wertvollen Rad zum nächsten vollziehen – nämlich vom Lenkrad hin zum Roulettekessel. Die Spieltradition wird nicht nur während dieser Tour großgeschrieben, daher werden sich viele Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder hier die Klinke in die Hand geben. Dieser zweite Tag endet aber erst einmal am Buffet im geschmückten Tattersall, einer ehemaligen Reithalle, die heute als Kultur- und Tagungszentrum dient. Unter dem Motto »Around the World« steht allen Beteiligten sicher ein ebenso gemütlicher wie bewegter Abend bevor, mit einem regen Erfahrungsaustausch zwischen den zahlreichen Teilnehmern.

Allerdings sollte sich der gesellige Abend nicht allzu sehr in die Länge ziehen, denn um 7:30 Uhr geht es schon wieder los, dann startet am Tattersallparkplatz die 2. Etappe. Am Sonntag ist ein eher geruhsamer Verkehr auf den Straßen zu erwarten, wenn dann noch die Sonne am Himmel lacht, dürfte das Vergnügen umso größer sein! Wieder warten auf dem Weg 11 Wertungsprüfungen, allerlei herrliche Ausblicke und ganz viel schmackhaftes Essen. Karlstadt am Main, eine hübsche Kreisstadt im mainfränkischen Weinbaugebiet, stellt die Kulisse für die gemütliche Frühstückspause dar. Ab 10 Uhr laden mehrere fränkische Weingüter zu Weinverkostungen ein, aber Achtung: Die Fahrer selbst sollten tunlichst nüchtern bleiben und ihren Mitfahrern den köstlichen Rebensaft von Herzen gönnen! Danach bietet es sich geradezu an, etwa 30 km weiter im Weindorf am Würzburger Marktplatz eine zünftige Mittagspause zu halten. Dieser Ort in der malerischen Altstadt verleiht dem Oldtimer-Event einen wirklich würdigen Rahmen – und die Würzburger werden ihre Gäste sicher freudig und mit ganz viel Neugier empfangen.

Gegen 14 Uhr treffen die Oldtimer schlussendlich in Schweinfurt ein, die Zündschlüssel werden bei REAL Automobile gezogen, um in Ruhe Kaffee und Kuchen zu genießen. Der letzte Stopp vor der Siegerehrung dürfte von Spannung durchdrungen sein: Wer hat den besten Schnitt gemacht und darf sich Sieger der Sachs Franken Classic 2020 nennen? Diese Frage wird wenig später im Rahmen der Siegerehrung im Regentenbau des Staatsbades Bad Kissingen beantwortet, der Einlass hierzu beginnt ab 19 Uhr, die Preisverleihung selbst startet eine Stunde später. Zum Schluss darf natürlich wieder einmal gefeiert werden, und das gilt durch die Bank für alle Teilnehmer und Gäste, auch wenn sie nichts außer Erfahrungen dazugewonnen haben. Denn in diesem Fall hat sich ganz sicher auch das schlichte Dabeisein gelohnt! Die schöne fränkische Landschaft, die schmackhaften Speisen und die köstlichen lokalen Weine tragen gemeinsam mit der spannungsvollen Wettbewerbsstimmung dazu bei, dass die Veranstaltung sich anfühlt wie eine actionreiche Urlaubsreise.

Die wenigsten Leser dürften bereits an einer Oldtimer-Rallye wie dieser teilgenommen haben, darum noch ein paar Infos zum Schluss: Die Wertungsprüfungen selbst finden nicht im normalen Straßenverkehr statt, sondern auf abgesperrten Streckenabschnitten. Von einer Prüfung zur nächsten bewegen sich die Fahrzeuge allerdings auf ganz normalen Straßen und Feldwegen, die auch für reguläre Verkehrsteilnehmer freigegeben sind. Darum benötigen die teilnehmenden Automobile eine Straßenverkehrszulassung und tauchen immer wieder überraschend auf Land-, Bundes- und Dorfstraßen auf. Der Begriff »Rallye« bedeutet übrigens so viel wie »Zusammenkunft«, der Duden spricht von einer »Autosternfahrt«. Die ersten Veranstaltungen dieser Art fanden nach der vorletzten Jahrhundertwende statt, Automobilisten aus aller Welt fuhren im Jahr 1911 zum ersten Mal von ihren jeweiligen Heimatländern bis nach Monte Carlo. Auf französischem Boden begannen die ersten Fahrtests und Prüfungen, vor Ort am schönen Mittelmeer startete dann das Finale. Daraus entwickelte sich die heute weltberühmte Rallye Monte Carlos, die zwar heute keine Sternfahrt mehr darstellt, aber weiterhin Teilnehmer und Gäste aus aller Herren Länder anzieht.

Hinter den heutigen Oldtimer-Rallyes steckt noch immer eine klare touristische Motivation, wie sie bereits in alten Zeiten herrschte. Doch auch die Faszination für die historische Technik steht ganz klar im Fokus der modernen Veranstaltungen: Die alten Wagen zeigen teilweise erstaunliche Leistungen, und viele der Fahrer beherrschen ihre kostbaren Schätzchen, als seien sie mit ihnen verwachsen. Ganz klar möchten die stolzen Oldtimer-Besitzer auch ein wenig mit ihren kostbaren Schmuckstücken glänzen, das klappt im Verbund mit anderen historischen Wagen am besten. Darum sind Zuschauer aller Art stets herzlich willkommen!

 

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